Dabei gibt es verschiedene Methoden, diese pure Form der fleischlichen Freude zu zelebrieren. Ob Kohle, Gas oder Elektro, Fleischeslust klärt auf, welche Vor- und Nachteile jede dieser Arten mit sich bringt.Unabhängig vom Brennstoff, bei vielen Modellen kann man sich seine Beute auf zwei Arten zubereiten, zum einen mit der direkten und zum anderen mit der indirekten Grillmethode.

Feuer frei

Beim direkten Grillen landet das Grillgut unmittelbar über der Hitzequelle. Resultat ist eine krosse Kruste bei deren Anblick der jedes drei Tage alte Brot vor Neid erblasst.
Nachteil dieser archaischen Garmethode ist, dass Fett und Fleischsaft ungehindert auf das Heizelement der Wahl tropfen können. Das erzeugt einerseits viel Qualm zur Freude der Nachbarn, andererseits können so aber auch gesundheitsgefährdende Stoffe entstehen.

Steak-Sauna

Indirektes Grillen zeichnet sich in erster Linie durch den schonenden Garprozess aus. Das Grillgut wird so hindrapiert, dass keine unmittelbare Hitzeeinwirkung erfolgen kann, ergo wird lediglich mit heißer Luft gegart, ähnlich wie im Ofen. Darum empfiehlt sich für dieses Vorhaben auch eine passende Kopfbedeckung des Grills.
Folge daraus ist eine etwas längere Gardauer. Die Warterei zahlt sich aber insbesondere für Gesundheitsenthusiasten aus, da bei auf diese Art fast keine Schadstoffe freigesetzt werden können.

Doch nicht mit allen Grills kann man zweigleisig fahren. Je nach Konstruktion lassen zahlreiche Modelle auch nur eine der beiden Möglichkeiten zu.

Kohle-Grill: Überbleibsel aus der Steinzeit oder Maß der Dinge?

Satte Fleischbrocken auf dem Holzkohlegrill zu brutzeln hat im Laufe der Zeit einen festen Platz bei Feinschmeckern eingenommen. Und das völlig zurecht, wie wir finden, denn diese Zubereitungsart garantiert authentischen Grillgeschmack bei gemütlicher Atmosphäre.

Ob Kugel-, Säulen- oder Schwenkgrill, einkalkulieren sollte man hierbei, dass das Anfeuern etwas Zeit in Anspruch nimmt. Bis die Kohlen auf Temperatur sind, geht gut und gern mal eine halbe Stunde ins Land. Erst sobald sich dann eine ebenmäßige, graue Schicht Asche abzeichnet, heißt es Feuer frei.
TIPP: Modelle mit Kamineffekt verkürzen die Zeit bis zum Angrillen! Alternativ gibt es im Fachhandel auch Anheiz-Kamine.

Realisieren lassen sich mit einem Holzkohlegrill Temperaturen bis etwa 300 °Celsius. Das ist auch vonnöten, wenn das Fleisch eine knusprige Außenhaut bekommen soll. Etwas Übung ist unumgänglich, sonst kann es gerade bei dickeren Cuts dazu führen, dass sie im Inneren noch arg englisch anmuten, während sie außen bereits drohen zu verbrennen.
Im Gegenzug wird der Bezwinger der glühenden Kohlen jedoch mit köstlichem Aroma und dem Gefühl, Herrscher über das Feuer zu sein belohnt.

Vor- und Nachteile des Holzkohlegrills:

+ toller Geschmack
+ Höhlenmenschfeeling
– erfordert Übung
– Reinigungsaufwand

Gib Gas, ich will Steak!

Der Grill des smarten Mannes/-in, das perfekte Gerät für alle, die möglichst wenig schuften möchten, um sich ein saftiges Stück Fleisch einzuverleiben. Ihre Bedienungsfreundlichkeit offenbart sich allein schon beim ersten Handgriff.
Mittels Drehregler, pro Brenner einen, lässt sich die Gaszufuhr steuern. So kann ein Bereich stark erhitzen werden, etwa um scharfen anzubraten, während ein anderer auf mittlerer Temperatur gehalten wird, beispielsweise zum Garen oder um weitere Gerichte zuzubereiten. Dank des Systems lässt sich die Temperatur mühelos konstant halten und kann exakt nach den persönlichen Vorlieben abgestimmt werden. Gezündet werden die Brenner im Übrigen ganz bequem per Knopfdruck durch Piezozündung.

Als Hitzequelle dienen entweder einfache Brenner, meist mit Abdeckung oberhalb der Flammen, oder es werden Keramikblöcke aufgeheizt.
Die einfachen Brenner, besonders jene ohne Abdeckung, bergen das Risiko in sich, dass herabtropfendes Fett auf die Flammen treffen kann. Dadurch können auch beim Gasgrill gesundheitsschädliche Stoffe entstehen, die sich dann ans Fleisch haften.
Modelle mit Keramikblock sind in dieser Hinsicht schon wesentlich sicherer. Das offenporige Material nimmt Flüssigkeiten wie ein Schwamm in sich auf.
Bei beiden Varianten entsteht nur wenig Qualm, weshalb man sie auch ruhig mal auf dem Balkon anwerfen kann, ohne gleich einen Eingriff der Staatsgewalt fürchten zu müssen.

Verfeuert wird entweder Propan- oder Butangas, sie sind in unterschiedlich großen Flaschen vielerorts erhältlich. Bestenfalls hat man immer eine Flasche auf Vorrat, denn was ist schon ärgerlicher als ein einseitig gegrilltes Steak?

 Top oder Flop?

+ authentischer Geschmack
+ sehr leicht zu bedienen
+ kurze Aufheizzeit
+ Nichtraucher
+ unkomplizierte Reinigung
– meist recht voluminöse Geräte
– kein Gas, kein Grill

Last but not least – Elektro-Grill

Elektrogrills zeichnen sich durch ähnliche Vorteile wie Gasgrills aus. Sie erzeugen nur wenig Qualm, erfordern kein Anfeuern und lassen sich sogar innen nutzen.
Plug and play ist hier das Credo, einstecken, anschalten und ab geht’s. Dazu wird der Strom in eine Heizschlange geleitet, wo er in Wärme umgewandelt wird. Doch so schnell wie sie starten grillen sie leider nicht immer.

Die Aufheizung erfolgt zwar schneller als beim Holzkohlegrill, in der Regel jedoch langsamer als beim Gasgrill. Hohe Temperatur wie seine beiden Artverwandten erreicht der Elektrogrill aber nicht ganz ohne Schweißperlen auf der Stirn, viele Geräte bringen einfach nicht die erforderliche Leistung. Wer auf sein Steak also nicht unbedingt so lange warten möchte, bis er aus Verzweiflung schon zum Salat greift, der ist mit den anderen Varianten deutlich besser bedient.
Einzige Ausnahme bieten professionelle Gastronomiegeräte. Wermutstopfen hier, die mächtigen Apparaturen lassen sich oftmals nur mit 400 Volt betreiben. Zusätzlich spielen sie in einer ähnlichen Preisklasse wie eine Rolex, was wohl das Budget der meisten Wochenendgriller minimal übersteigen dürfte.

Pro vs. Kontra:

+ auch Indoor nutzbar
+ wenig Qualm
+ schnelle Reinigung
– benötigt Stromanschluss
– etwas schwach auf der Brust

Fazit

Wahren Steak-Afficionados bleibt die Wahl zwischen Kohle- und Gas-Grill, beide Varianten garantieren Genuss auf höchster Ebene.
Wessen Nachbarn nicht sonderlich nachbarschaftlich sind, dem sei Gas empfohlen, ansonsten ist es reine Geschmackssache. Doch Achtung, einfache Bedienung und schnelle Aufwärmzeit des Gasgrills können eine Vernachlässigung der heimischen Herdplatten nach sich ziehen.

Die Elektrovariante eignet sich für Leute, die selten grillen, kann aber gerade bei dicken Cuts nicht mit den beiden Feuerspuckern mithalten.